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1.10.06

Das grosse Geschäft mit den Yellowstone-Bakterien

In den heissen Quellen des Yellowstone-Nationalparkes tummeln sich verschiedenste thermophile Bakterien und Algen. Nur sehr wenige davon sind wissenschaftlich erforscht. Die Bakterien bergen ein ungeheures finanzielles Potenzial für weltweite Konzerne - der Rush im Yellowstone hat längst begonnen. Der Schweizer Konzern Roche beispielsweise benutzt Thermus aquaticus zur Vervielfältigung der Erbsubstanz (DNA) und verdient Milliarden daran. Künftig will der National Park Service (NPS) auch ein paar Brosamen erhalten. Er hat einen Entwurf veröffentlicht, wonach Wissenschaftler einen Vertrag mit dem NPS unterzeichnen müssen, bevor sie in einem der amerikanischen Nationalparks forschen dürfen. Im Vertrag wird festgehalten, welche Entschädigung der NPS erhalten soll, wenn sich die Forschungsergnisse kommerziell nutzen lassen. Der Anteil des NPS kann von einigen Dollar bis maximal 150'000 US-Dollar betragen. Der Entwurf gilt für alle Nationalparks der USA, allerdings ist der Yellowstone-Nationalpark mit Abstand am häufigsten vom "Bio-Prospecting" betroffen: Bislang basieren 45 Patente auf Proben, die in US-Nationalparks gefunden wurden, 43 davon aus dem Yellowstone.

Thanks to Yellowstone Park News!

27.8.06

Mal wieder: Vor den Weissen war niemand

Der englischsprachige Blog "Yellowstone Park News" macht auf ein brisantes Buch aufmerksam: "Mountain Spirit - The Sheep Eater Indians of Yellowstone". Autor ist der Archäologe Lawrence Loendorf. Was er schreibt ist eigentlich selbstverständlich: Das Yellowstone-Gebiet war nicht unbewohnt, als es sich die weissen Amerikaner unter den Nagel rissen. Im Gegenteil: Gruppen der Nördlichen Shoshone hatten es bereits seit hunderten von Jahren bewohnt. Spektakulär macht diese Aussage nur, weil die offizielle Park-Geschichte - wenigstens seit 1994 - die Yellowstone-Gegend vor der Besiedelung durch die Weissen als unbewohnt sieht. Mal wieder versuchen die Amerikaner unter den Tisch zu wischen, wie sie die Indianer um ihr Land betrogen haben.
Egänzend kann der Wikipedia-Artikel über den Yellowstone-Nationalpark konsultiert werden. Dort hatte ich nach umfangreichen Recherchen nicht nur die Nördlichen Shoshone als Bewohner der Yellowstone-Gegend genannt. Auch Bannock-, Blackfoot und Absarokee-Indianer streiften wenigstens gelegentlich durch das Land der Geysire.

26.8.06

Geheimnis von Mammoth Hot Springs gelüftet


Gemäss der Sonntagszeitung vom 20. August haben Physiker der University of Illinois herausgefunden, wie genau sich die Terrassen von Mammoth Hot Springs im Yellowstone-Nationalpark bilden. Dass sie aus Kalk und Mineralien bestehen, welche vom warmen Wasser der Quelle ausgeschieden werden, ist schon lange bekannt. Neu weiss man nun, dass die Anordnung der Terrassen nebst der Wachstumsgeschwindigkeit der Mineralien und der Art der Ablagerungen vom Wasserverlauf und von Wasserturbulenzen beeinflusst wird. Den Forschern ist es offenbar sogar gelungen, die Terrassen-Struktur von Mammoth Hot Springs mit einem Computer genau zu simulieren.

19.8.06

Ökonomischer Mehrwert des Yellowstone-Nationalparkes

Der Yellowstone-Nationalpark generierte dem Park und der näheren Umgebung im Jahr 2005 298 Millionen US-Dollar. Dies ergab eine Studie des National Park Services, die am 14. August 2006 von Public Employees for Environmental Responsibility veröffentlicht wurde. Ausserdem sind 6815 Personen in der Yellowstone-Region ihre Arbeitsstelle der Existenz des Yellowstone-Nationalparkes zu verdanken. 2,8 Millionen Gäste haben den Park besucht.
Sämtliche US-Nationalparks zusammen generierten gemäss dieser Studie 10,3 Milliarden US-Dollar und schufen 236'000 Jobs. Dabei wurden nur jene Geldströme in den Regionen um die Nationalparks, nicht aber in der Zentralverwaltung gemessen. Jeder Steuer-Dollar, der in die Nationalparks investiert wurde, generierte fünf US-Dollar.